Liebeslied

Ich wollte mich mal bedanken. Danke, spreadmusic, für nun ca. 14 Jahre Musik, Spaß, Geschichten und Freundschaft. ❤️

2007 zog ich von Salzgitter nach Berlin, ich kannte niemanden hier in dieser Stadt, in der ich heute immernoch wohne. Eines Abends, bei einem Konzert im Nexus in Braunschweig meinte jemand zu mir: “Hier, das ist die Nummer von Matze. Der wohnt in Berlin. Frag den doch mal, ob der mit dir ein Bier trinkt.” 2007 gab es nur MySpace. Also schrieb ich eins SMS an Matze und stand ein paar Wochen später mit einem 6er Träger Bier vor einer Tür irgendwo in Kreuzberg in einer mir völlig fremden Stadt. Mindestens 3 Bier später hatte ich einen meiner nun besten Freunde und ganz nebenbei noch dieses spreadmusic kennengelernt. Seitdem bin ich irgendwie dabei gewesen, war mit auf Tour, veranstaltete selbst Konzerte in Salzgitter, Braunschweig, Berlin und irgendwann war ich mit einem Pianisten auf Welttournee.

2009 spielte ich mit meiner lieben Band Ska´n´Pipes mein letztes Konzert irgendwo in Kassel bei einer Jana (siehe Video, ich bin der Typ rechts, der versucht sein Keyboard anzustöpseln). Auch für diese Zeit mit meiner eigenen Band, in der ich nur spielen durfte, weil ich Konzerte organisiert habe, bedanke ich mich. Knapp 60 Konzerte in 18 Monaten. Auch dank spreadmusic und Loudog.

Die Arbeit bei spreadmusic war immer ehrenamtlich, oft strapaziös und doch hat sie mir soviel gegeben. Viele Reisen, viel Stress bei Veranstaltungen und doch immer dieses Gefühl, dass Leute einen guten Abend verbringen, sich austauschen und Spaß haben. Ich durfte eine Vielzahl von bekannten und minder bekannten Musikgrößen privat kennenlernen. Ich trank mit den Studiomusikern von Rancid. Ich prügelte mich (fast) mit Vic von den Slackers, ich half Stigma von Agnostic Front in seinen Nightliner, nachdem der zu viel von dem dunklen Weißbier im B58 getrunken hatte. Ich war als Roadie mit den Argies auf Tour, denen ich das System “Umweltzone” deutscher Städte nicht erklären konnte, sie dann 1,5 Stunden in Berlin im Kreis fuhren, bis sie eine Straße fanden, an der das Umweltzonenschild vergessen wurde und sie dort reinfuhren. Und ich war irgendwann selbst Vorband von Kindheitsidolen wie Rantanplan.

Danke spreadmusic.

spreadmusic irgendwann in den 80ern

2014 wandelten wir spreadmusic in einen gemeinnützigen Verein um und seitdem arbeiten wir “ein wenig” strukturierter. Seitdem veranstalte ich “nur noch” und unterstütze junge Musiker und Veranstalter. Doch auch wir haben, wie viele andere Vereine, damit zu kämpfen, junge Menschen zu finden, die sich engagieren. Die freiwillig am Wochenende schuften, damit andere ihren Spaß haben und vor den Bühnen tanzen. Dass junge Musiker*innen vor viel zu wenigen Leuten spielen. Kotze wegwischen. Ruhestörungspolizisten damit besänftigen, dass man ja gleich leiser machen würde. Um 4 Uhr morgens den Backstage Bereich aufräumen.

Solche Leute suchen wir!

Leute, die Geschichten erzählen wollen, wie sie damals frugen, ob es noch ein bisschen Backstage Bier gäbe und dann eine ganze Palette mit 20 Kisten auf einem Gabelstapler geliefert wurde. Wie es damals war, als man von 300 Menschen gesagt bekam, wie cool der Abend war. Wie das war, wenn einen die Leute in der Stadt erkennen und man überall immer “einen auf´s Haus bekommt”. Wie das ist, mit seinem  Idol mal ganz normal reden zu können, wenn alle Gäste die Location verlassen haben. Wir suchen Leute, die ihre Stadt gestalten. Die nicht nörgeln, dass nichts los sei. Die einfach machen.

Diese Leute suchen wir. Und diese Leute suche ich.

Wenn Du einer dieser Menschen bist, die Geschichten erleben und erzählen wollen, dann melde Dich gerne bei uns. ❤️

Wir brauchen Dich, denn sonst wird es uns irgendwann nicht mehr geben. 😪

Behände Grüße,
Ruben
1. Vorsitzender

PS: Achso, das mit der Welttournee und dem Pianisten stimmt tatsächlich. Eine andere (lange) Geschichte.